Re: zusatzkosten bei Online-Shops - wo führt das hin.
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Sujet: Re: zusatzkosten bei Online-Shops - wo führt das hin.
De: spa...@gmx.ch (Peter Guhl)
Groupes: ch.market
Organisation: hispeed.ch
Date: 22. Feb 2008, 00:18:15
References: 1
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Hallo
Daniel Rueegg schrieb:
> auf der Suche nach einigen Produkten im IT-Umfeld bin ich bei diversen
[...]
> Die zusätzlichen Kosten, welche den Kunden neben dem Kaufpreis verlangt
> werden explodieren seit Anfang Jahr förmlich.
[...]
> ich mich aber wirklich fragen, ob ein %-Satz bei höheren Bestellbeträgen
> zu rechtfertigen ist. Der Service und deren Aufwände bleiben nähmlich
> praktisch gleich.
AFAIK wird der %-Satz von den Banken dem Händler belastet. Da kann der
also nichts dagegen tun sondern die Banken sind da gefragt.
> Da einige Shops jedoch keine Alternative-Zahlungsoptionen mehr bieten,
> muss ich mich wirklich fragen was das soll.
Stimmt. Da wurde dann etwas zu stark abgebaut. Es wäre sogar besser,
noch eine andere Variante zu bieten. Nur wenn die Kreditkarten-Umsätze
zurückgehen entsteht ein Druck auf die Banken und nur wenn der Händler
trotzdem noch Verkäufe machen kann wird er nicht das erste (und einzige)
Opfer dieser Situation.
> Die nun immer öfter unverschämt hohen Portokosten, hinterlassen bei mir
> den Eindruck, dass hier die Shop-Betreiber Ihre Produkte zahlenmässig
> günstig anpreisen und dann über die Portokosten die Preise zu erhöhen.
Das kann gut sein :-( Ist ja auch bei Privatverkäufern in
Internet-Auktionen ein öfters zu beobachtender Trick. Da ist aber wohl
ein Kreislauf im Gange, denn wenn die als allererstes sichtbare Zahl -
und das ist der Nettopreis - macht der Kunde überhaupt weiter.
> Herstellers liegt. Dies ist immer weniger der Fall. Die Gewinnmarche ist
> dabei aber nicht umbedingt wirklich kleiner geworden, wie die teilweise
> sehr unterschiedlichen Preise bei verschiedenen, vergleichbaren, Anbieter
> zeigen.
Hier gibt es noch das Problem, dass in der Schweiz kleine
Hardwarehändler die Ware praktisch nur über Distributoren beziehen
können, die selber auch eine Ladenkette betreiben. Dann kriegen sie
Einkaufspreise, die nicht mehr wirklich unter den Endverbraucherpreisen
der fraglichen Kette liegen. Ausserdem werden sie von den grossen
(direkt importierenden) Discountern an die Wand gefahren und von
branchenfremden Händlern (z.B. Büromateriallieferanten oder gar
x-beliebige Detailhändler) konkurrenziert, die immer wieder in Aktionen
u.ä. günstige Posten IT-Material fast zum Einstandspreis verramschen.
Mein Arbeitgeber (IT-Dienstleister) hat dieses Problem. Da kaufen wir
über den offiziellen Disti einen Drucker für's eigene Büro und kriegen
zwei Tage später von irgend einem Büromöbelladen einen Prospekt, wo der
gleiche Drucker für 20% unter unserem Einstandspreis ausgeschrieben ist.
> Irgendwie habe ich den Eindruck gewonne, dass Preis/Leistung für
> den Kunden immer schlechter wird.
Bzw. viele Händler heute nur gerade noch die gleichen Konditionen
kriegen wie Endkunden... und folglich nur noch Konditionen weitergeben
können, die mieserabel sind.
> Beide wollen leben, aber derzeit bitte
> mit Anstand. Wenn man sieht, das viele Produkte erst beim Kunden fertig
> entwickelt werden.......
Die Reklamationen vom Kunden hat ja dann der Händler und nicht der
Hersteller (und auch nicht der grosse Discounter, denn wer dort kauft
weiss schon vorher, dass ihm da keiner gross helfen kann, wenn's nicht
läuft). Das kratzt also die Verursacher der Misere nicht wirklich.
> Das andere ist natürlich die Kunden mit Ihrer "Geiz ist geil" Mentalität,
> die in gewissen Segmentenb weit verbreitet ist.
Die hat dafür gesorgt, dass alle, die es sich leisten können, die Kosten
und den Ärger an die schächste Stelle im System abgewälzt haben. Oft ist
das der kleine Fachhändler, manchmal auch gleich der Kunde selbst.
> So nun habe ich meinen Frust etwas ausgelebt :-)
Ich auch... ;-)
Grüsse
Peter

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